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Überall in den Niederlanden tauchen winzige Häuser auf, die eine Lösung für die Wohnungskrise sein sollen. Viele Gemeinden betrachten Tiny Houses jedoch eher als experimentelle oder temporäre Behausungen denn als dauerhafte Wohnmöglichkeit. An dieser Stelle kommen permanente Tiny-House-Projekte ins Spiel, bei denen die Bewohner auf unbestimmte Zeit bleiben können. Diese Projekte bieten nicht nur erschwinglichen, nachhaltigen Wohnraum, sondern fördern auch den Gemeinschaftssinn.

Pionier des kleinen Hauses Marjolein Jonker ist kürzlich in das ökologische Viertel Olstergaard gezogen und hat fleißig Bäume, Sträucher und Blumen gepflanzt. Sie und ihre Nachbarn schaffen eine wunderschöne grüne Gemeinschaft mit einheimischen Arten, essbaren Pflanzen und biologischer Vielfalt. Jonker hat fünf Jahre lang in einem winzigen Haus in Alkmaar gelebt und nun endlich einen festen Platz gefunden, den sie ihr Zuhause nennen kann.

Einer Umfrage zufolge ist jeder fünfte Niederländer daran interessiert, in einem Tiny House zu leben, und 29% der Sozialmieter würden es als Wohnoption in Betracht ziehen. Leider erkennen viele Gemeinden Tiny Houses nicht als gültige Wohnform an und entscheiden sich für temporäre Lösungen wie Flex Housing.

Lösung der Wohnungskrise durch dauerhafte Tiny House-Projekte

Jonker vertritt die Auffassung, dass die Wurzel der Wohnungskrise nur durch den Bau von Wohnungen auf der Grundlage der Nachfrage angegangen werden kann, anstatt auf die rentabelsten Optionen zu drängen. Derzeit gibt es hauptsächlich Einfamilienhäuser und Wohnungen, und selbst die sind für viele unerschwinglich. Eine wachsende Zahl von Menschen aller Altersgruppen würde gerne in erschwinglichen kleinen Häusern mit Garten leben. Eine Diversifizierung des Wohnungsmarktes ist notwendig, um den Menschen den Übergang zu einer Wohnung zu erleichtern, die ihren Bedürfnissen in jeder Lebensphase entspricht.

Viele Menschen glauben, dass es in den Niederlanden keinen Platz für kleine Häuser gibt. Jonker ist jedoch der Meinung, dass es eine Entscheidung ist, wie wir den Raum nutzen. In den Niederlanden gibt es eine intensive Viehzucht, die viel Platz beansprucht. Wie wäre es, wenn dieses Land genutzt würde, um regenerative Bauernhöfe zu schaffen, darunter auch Tiny-House-Gemeinschaften? Das wäre eine Win-Win-Situation.

Ständige Tiny House-Projekte in den Niederlanden

Permanente kleine Hausprojekte werden in den Niederlanden immer beliebter, und jedes Jahr werden mehr gebaut. Hier sind einige von Jonkers Favoriten:

  1. Tiny House Techum, Leeuwarden, Friesland: eine dauerhafte Gemeinschaft mit zehn kleinen Häusern. Das Land wird an die Bewohner verpachtet.
  2. Ecodorp Bolderburen, Almere: eine Gemeinschaft, die sich auf Nachhaltigkeit und schwedische "Hygge" konzentriert. Auf einem 4000 Quadratmeter großen Feld stehen permanente kleine Häuser.
  3. Tiny House Projekt Falgatuinen, Den Helder: ein Mietprojekt, bei dem die Bewohner ein Grundstück von rund 600 Quadratmetern für etwa 200 € pro Monat mieten können.
  4. CPO De Kleine Vos, Texel: ein Projekt mit sechs kleinen Häusern in der Nähe von Den Burg.
  5. Kalterbroeken, Drenthe: eine Gemeinschaft mit acht dauerhaften Kleinstwohnungen. Die Bewohner konnten ein Grundstück für 32.000 € erwerben.

Die Integration von Tiny Houses in neue und bestehende Nachbarschaften ist möglich und für die Schaffung nachhaltiger Gemeinschaften von Vorteil. Permanente Tiny-House-Projekte bieten eine praktische Lösung für die Wohnungskrise und fördern gleichzeitig die Gemeinschaftsbildung und ökologische Nachhaltigkeit.

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